Mehrparametermodelle; DGL-Ansätze

Mehrparametermodelle bieten das Potential für eine Weiterentwicklung vom Dosisrechner zum Expertensystem für die orale Langzeit-Antikoagulationstherapie mit Phenprocoumon.

Diese Modelle beruhen auf einem DGL-Ansatz mit vier pharmakokinetischen und pharmakodynamischen Variablen anderen Inhalts als beim Modell mit exponentiellem Ansatz. Das Modell bezieht u. a. die Konzentrations-Wirkungs-Kurve in die Berechnung mit ein.

Das Mehrparametermodell zeichnet sich gegenüber dem Modell mit exponentiellem Ansatz durch eine höhere Flexibilität aus, wodurch es stärkere Abweichungen besser nachvollziehen kann. Sein Nachteil besteht im höheren Rechenaufwand und darin, dass die patientenspezifischen Parameter bestimmt werden müssen.

Die Bewertung des DGL-Modells erfolgte u. a. nach seiner Anpassungsfähigkeit an verschiedene Datenverläufe, anhand der INR-Prognose sowie nach der Richtigkeit der allgemeinen und situativen Dosisberechnung.

Abbildung 00422 Abbildung 00422:
Bei gegebenen Einzelwerten zu INR Viereck, Dosis Punkt und geschätztem λ1 ermittelt das Modell die weiteren erforderlichen Parameter eigenständig und ist in der Lage, selbst unter den erschwerten Bedingungen einer zeitlichen Therapie-Unterbrechung und -Wiederinitialisierung den INR-Verlauf Strich bei hoher Übereinstimmung mit den realen INR-Werten gut zu nachzuvollziehen.

Für die weiterführende Validierung des Modells wurde eine medizinische Studie zur Gewinnung erforderlicher medizinischer Daten durchgeführt.

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