Orale Antikoagulationstherapie

Weltweit sind Millionen Menschen darauf angewiesen, die Gerinnungsfähigkeit ihres Blutes über einen längeren Zeitraum - teilweise lebenslang - medikamentös herabzusetzen.

Zu diesem Zweck werden vor allem Vitamin-K-Antagonisten appliziert mit den Wirkstoffen Phenprocoumon, Acenocoumarol, Dicoumarol oder Warfarin.

In Deutschland kommt für die orale Antikoagulation hauptsächlich Phenprocoumon zur Anwendung mit den Medikamenten Marcumar®, Marcoumar®, Falithrom®, Marcuphen v ct®, Phenpro oder Ratiopharm® in Tablettenform.

Ziel der Antikoagulationstherapie ist es, die Gerinnungseigenschaft des Blutes anstelle auf Höhe des normalen Wertes von ca. INR = 1 medikamentös auf einer künstlichen Höhe von z. B. INR = 2 bis 3 zu halten.

Die Höhe des therapeutischen INR-Zielbereichs des einzelnen Patienten hängt von seiner Grunderkrankung ab wie z. B. mechanischer Herzklappenersatz, tiefe Beinvenenthrombose oder Herzrhythmusstörung wie chronisches Vorhofflimmern, ausgeprägte Thromboseneigung oder bei einer angeborenen Gerinnungsstörung.

Die Therapie stellt hohe Anforderungen an die Compliance des Patienten, an ihr Management und besonders an ihre situationsgerechte, patientenspezifische Dosierung.

Nur wenn der INR-Zielbereich eingehalten wird, ist die Therapie hoch effektiv und frei von unerwünschten Nebenwirkungen. Daher muss die Antikoagulation regelmäßig mit Blutprobeentnahmen und Messung des INR-Wertes kontrolliert werden.

Nach Initialisierung der Antikoagulationstherapie ist der Patient individuell einzustellen. D. h., es ist fortlaufend über alle Jahre der Therapieanwendung diejenige Dosis zu finden, die den INR-Wert in den therapeutischen Zielbereich führt.

Zur Steuerung des INR-Wertes steht in der laufenden Therapie lediglich die Medikamentendosis in Form von Tabletten zur Verfügung.

Der übliche Abstand zwischen den Gerinnungsmessungen beträgt eine bis sechs Wochen.

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