Therapiemanagement und Antikoagulations-Ausweis

Behandlungsausweis

Mit dem Therapiemanagement ist patientenspezifisch auf die genannten Probleme zu reagieren. Dazu wird in angemessenen Abständen der INR-Wert gemessen und die Dosis für die Zeit bis zur nächsten INR-Messung bestimmt. Grundlage der Dosisbestimmung ist der Antikoagulations-Ausweis. Er enthält die Angaben zum therapeutischen Zielbereich sowie die Wert- und Zeitangaben zu INR und Tagesdosen.

Zur Dosisbestimmung werden die Ausweisangaben visuell erfasst und mental ausgewertet. Im Allgemeinen wird für die Folgezeit diejenige Dosis gesucht, die in naher Vergangenheit den INR-Wert am häufigsten in den therapeutische Zielbereich geführt hat. Soweit keine besonderen Bedingungen (neue Comedikation, zusätzliche gesundheitliche Probleme, neue Diät ...) dagegen sprechen, wird unterstellt, dass die optimale Erhaltungsdosis des vergangenen INR-Kontrollzeitraumes auch optimal für den nächsten Kontrollzeitraum sein wird.

Für den betreuenden Arzt bzw. den Patienten im Gerinnungsselbstmanagement ist die Therapie bei geringer Variabilität der INR-Werte gut beherrschbar. Bei stark variierenden INR-Werten, höherem therapeutischen Zielbereich, sinkender Erhaltungsdosis, wechselnden Dosierungen oder Interferenzen mit bestehender Nebenmedikation wird das Therapiemanagement problematischer.

Diese visuell - mentale Methode der Dosisbestimmung erweist sich in komplizierteren Therapiesituationen bald als unzulänglich. Das komplexe Geflecht von Ursachen, Störungen und Wirkung erschwert es auch erfahrenen Therapeuten, mit dieser Methode auf variierende INR-Werte mit geeigneten Dosierungsempfehlungen zu reagieren.

Im Folgenden werden an stilisierten Beispielen typische Therapiesituationen, Einflussfaktoren sowie wechselseitige Abhängigkeiten und Fehlerquellen bei der Bewertung von Messergebnissen aufgezeigt, welche die Therapiesteuerung der oralen Antikoagulation mit Phenprocoumon (PPC) erschweren.

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