Bewertung von Messergebnissen: Statistische Schwankungen
Auch bei (scheinbar) gleich bleibenden Rahmenbedingungen und gleichmäßiger Dosis können INR-Messwerte im zeitlichen Verlauf stark variieren (Abbildung 1a, 1b, 1c). Der einzelne INR-Messwert ist also die Realisierung einer Zufallsvariablen. Je höher die natürliche Schwankungsbreite ist, desto riskanter ist es, Prognosen und Dosierungsempfehlungen aus wenigen INR-Messwerten herzuleiten.
Ohnehin stehen dem Arzt/Patienten die Messwerte in der Regel mit dem Behandlungsausweis nur tabellarisch, nicht graphisch aufbereitet zur Verfügung.
Um die Auswertung handhabbar zu halten, beschränkt sich der Therapeut bei der Auswertung einer solchen Tabelle meist auf "Trefferpaare", d. h. auf Dosierungen aus der Vergangenheit, die zu INR-Werten im Zielbereich geführt haben.
Dies schmälert die Bemessungsgrundlage für die Herleitung einer neuen Dosierungsempfehlung weiter mit der Gefahr, dass daraus unangemessene Dosierungsempfehlungen hergeleitet werden.