Bewertung von Messergebnissen: Zeitverzögerte Auswirkung von Dosierungen
Der Beobachter wird dazu neigen, INR-Messwerte primär auf Dosierungen unmittelbar vor der Messung zurückzuführen. Tatsächlich wird die maximale Auswirkung erst nach mehreren Tagen erreicht .
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Abbildung 2: INR-Abweichung nach einer einmaligen Dosis von 12 mg PPC mit dem Maximum nach 96 Stunden, nach Haustein, Richter und Vogel. |
In der laufenden Therapie ist ein INR-Messwert deshalb auch Folge von Ereignissen, die bereits Tage zurückliegen (vergessene Tabletteneinnahme, Ernährungsbesonderheiten etc.). Bei wechselnder Dosierung (Abbildung 1b u. 1c) hängt das Messergebnis deshalb auch von der zeitlichen Anordnung des Messzeitpunktes innerhalb des Dosierungsschemas ab. Hinzu kommt, dass die Zeitverzögerung patientenspezifisch ist und die maximale Auswirkung einer Einmaldosis typischerweise nach 40 bis 120 Stunden erreicht wird. Aus diesen Gründen können auch die Auswirkungen einer Dosisänderung nach ein bis zwei Tagen noch nicht beurteilt werden. Schnelle Dosisänderungen nach intuitiver Messwertinterpretation können zu hoher INR-Variabilität führen.