Probleme bei der Unterscheidung von Trends und Scheintrends
Falls sich die Reaktion des Gerinnungssystems eines Patienten auf den Wirkstoff ändert, kann die Änderung der Erhaltungsdosis erforderlich werden. Diese Situation erkennt man daran, dass eine in der Vergangenheit geeignete Dosierung immer häufiger zu zu hohen (oder zu niedrigen) INR-Messwerten führt.
Da die INR-Messwerte aber ohnehin stark variieren, könnte ein solcher Trend auch nur aufgrund einer Fehlinterpretation der Daten vermutet werden (Scheintrend).
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Abbildung 3a: Verlauf des INR-Wertes im Messabstand von 4 Wochen mit Aufwärtstrend (Datensatz 00336). |
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Abbildung 3b: Verlauf des wöchentlichen INR-Wertes beim gleichen Patienten wie in Abbildung 3a. Der Aufwärtstrend, den die Monatswerte vermuten ließen (hier als gepunktete Linie), entspricht einem Scheintrend (Datensatz 00336). |
Abbildung 3a zeigt die Datenlage eines Patienten, der zu monatlichen Kontrollmessungen in die Arztpraxis kommt. Die INR-Werte legen einen Trend nahe. Der Therapeut wird bei dieser Datenlage gar nicht umhinkönnen, mit einer verringerten Dosierungsempfehlung zu reagieren. Tatsächlich liegen bei diesem Patienten auch wöchentliche Messwerte vor. Die Einbeziehung der wöchentlichen Messwerte (Abbildung 3b) zeigt überraschenderweise, dass von einem Trend keine Rede sein kann, sondern allenfalls die Schwankungsbreite erhöht ist. Der "Trend", den die Daten aus Abbildung 3a nahe legen, entpuppt sich also als Scheintrend.
Eine computergestützte Datenanalyse sollte deshalb helfen, zwischen Trends und Scheintrends zu unterscheiden.